Miasmen

Hauptprinzipien

Lebenskraft

Es ist die in uns wohnende Energie, unsere Zufriedenheit, unsere Harmonie. Die Lebenskraft ist weder fassbar noch messbar und am ehesten zu vergleichen mit dem Immunsystem. Der Mensch ist gesund, solange die Lebenskraft stark ist. Wird diese jedoch durch Faktoren wie z.B. Ärger, Streit, Schock, Stress... geschwächt, wird der Mensch anfällig auf Krankheiten. Je nachdem wie der miasmatische klick zu Miasmen Familienhintergrund des Patienten
ausschaut, so erkrankt er auch. Ein tuberkularar Mensch leidet z.B. unter Durchfall, Gewichtsverlust und massiver Schwäche. Ein sykotischer Mensch zieht sich immer mehr zurück, leidet unter Stauu- Symptomen, wie z.B. Krampfadern, Wasseransammlungen, hoher Blutdruck usw.

Solange die Lebenskraft stark ist und frei fliesst, sind Körper, Geist und Seele in Harmonie und wir fühlen uns wohl in unserer Haut, wir denken klar und haben genug Energie, die täglichen Anforderungen zu bewältigen.

Individualität

In der Homöopathie ist jeder Patient eine individuelle Persönlichkeit. Vier Patienten mit derselben Krankheit / Diagnose, erhalten unterschiedliche homöopathische Mittel. Wichtig für den Homöopathen ist nicht die Krankheit, sondern wie der Patient seine Krankheit ausdrückt.

Eine gründliche Fallaufnahme (Anamnese) ist notwendig, um das korrekte homöopathische Mittel zu finden. Dabei ist sowohl die gesamte gegenwärtige sowie die vergangene Geschichte des Patienten, à klick zu Kranken- und Familiengeschichte als auch die der Familie (Blutsverwandte) wichtig. Der Charakter und das Naturell des Patienten, sowie seine Vorlieben und Abneigungen und unter welchen Umständen sich seine Leiden verbessern, bzw. verschlimmern spielen dabei eine zentrale Rolle. Das ist sehr wichtig, um verschiedene Mittel abzugrenzen und schlussendlich das Similimum (das ähnlichste Mittel) zu finden.

Wichtig sind auch die eigentümlichen individuellen Symptome. (im Organon §153 Z.B. Ein Asthmatiker der auf dem Bauch liegend besser atmen kann.) Deshalb ist eine gute Beobachtung von Seiten des Patienten für den Homöopathen von grosser Bedeutung.

Arzneimittelprüfung

Die homöopathischen Arzneimittel werden an gesunden Menschen getestet.

Der Proband nimmt in bestimmten Abständen solange das homöopathische Arzneimittel ein, bis er Symptome entwickelt. Das Mittel wird abgesetzt, sobald erste Symptome auftreten. Es folgt eine Phase der genauen Beobachtung. Jedes Symptom muss genau beschrieben werden. Z.B. Kopfschmerzen:

  • stechende Schmerzen in der rechten Schläfe
  • besser durch Ruhe und kalten Wickel auf die Stirn
  • Druck auf die Schläfe verbessert die Schmerzen
  • Ärgerlich und gereizt mit Kopfschmerzen

Nach der Arzneimittelprüfung werden die verschiedenen Symptome der Probanden miteinander verglichen, übereinstimmenden Symptome werden gesammelt und ergeben das neue Arzneimittelbild. Kommt nun ein Patient mit diesen spezifischen Kopfschmerzsymptomen, kann er durch dieses homöopathische Mittel langfristig geheilt werden.

Ähnlichkeitsgesetz

Ein Mittel hat die Kraft, die Symptome zu heilen, die es während der sogenannten klick zu Arzneimittelprüfung bei gesunden Menschen hervorbringt. Das Prinzip „Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt" -Similia similibus curentum- ist ein Gesetz der Natur. So wird z. B. das homöopathische Mittel Coffea (Kaffebohne), das bei Gesunden Nervosität, Zittern, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit hervorruft, genau so einen Zustand heilen.

Potenzierung

Hahnemann bemerkte, dass durch die verordneten Medikamente wie Chinarinde viele Nebenwirkungen auftraten. Deswegen begann er die Medikamente zu verdünnen. Bei jedem Verdünnungsschritt schüttelte er auch den Glasbehälter. Diesen Vorgang nannte er Potenzierung oder Dynamisierung. Er verdünnte immer weiter bis nichts mehr von der ursprünglichen Substanz vorhanden war. Geblieben war einzig die Heilwirkung der nun sogenannt potenzierten Arzneien.

Diese Arzneien testete er jahrzehntelang an Kranken und hatte damit grosse Erfolge, z.B. auch bei der Cholera-Epidemie 1831-1832. Erstaunlicherweise nahmen durch die Potenzierung die Nebenwirkungen ab, aber zugleich verstärkte sich die Wirksamkeit der Arznei.

Als Ausgangsubstanz für homöopathische Mittel werden folgende Quellen verwendet:

  • Pflanzen
  • Tiere
  • Mineralien
  • Nosoden (Krankheitsprodukte von Menschen, Tieren oder Pflanzen)
  • Sarkoden (Sekrete oder Extrakte von gesunden Menschen oder Tieren)
  • Imponderabilien (Licht, Elektrizität, Magnetismus)

Zurzeit stehen über 2000 verschiedene homöopathische Arzneimittel zur Verfügung.

D-Potenz (D = decem = 10)

1 Teil Urtinktur (Ausgangssubstanz) wird mit 9 Teilen Alkohol verdünnt und 10x geschüttelt. Dies ergibt die Potenzstufe D1. 1 Teil der Lösung D1 wird mit 9 Teilen Alkohol weiter verdünnt und wieder 10x geschüttelt. Dies ergibt die Potenzstufe D2. Entsprechend fährt man fort bis zur Potenz D1000.

C-Potenzen (C = centum = 100)

C-Potenzen werden nach dem gleichen Prinzip hergestellt wie D-Potenzen, aber pro Potenzierungsschritt wird 100 Mal verdünnt (= 1 Teil Urtinktur mit 99 Teilen Alkohol).

LM- oder Q-Potenzen (beides steht für 50'000)

Bei LM oder Q-Potenzen beträgt die Verdünnung 1:50'000. Sie unterscheiden sich nur geringfügig in der Herstellung.

Ab C12 und D23 enthalten die Arzneimittel keine Moleküle der Ausgangssubstanz mehr. Lediglich die Information des Arzneistoffes wird auf den Trägerstoff Alkohol oder Zucker übertragen. Diese Information ist labormässig nicht erfassbar.

Einzelmittel und minimale Dosis

In der klassischen Homöopathie wird jeweils nur ein einziges homöopathisches Mittel, das nur eine einzige Substanz enthält, angewendet. Die Wiederholung der Mittelgabe findet nur bei Bedarf statt und wird auf das Minimum beschränkt.

Komplexmittel

Behandlungen, die nicht auf den Gesetzen der Natur basieren, können keine dauerhafte Heilung erzielen. Deshalb ist bei Komplexmitteln (Arznei mit mehreren homöopathischen Mitteln, welche häufig in der Apotheke / Drogerie verkauft werden) Vorsicht geboten. Diese haben oft nicht den gewünschten Erfolg. Ausserdem werden sie in sehr geringen
Abständen über einen langen Zeitraum eingenommen, was zu einer unerwünschten Arzneimittelprüfung führen könnte.

Hering'sche Heilungsregeln

Die Heringsche Heilungsregel ist ein Beurteilungskriterium für den Behandlungsverlauf von chronischen Krankheiten.

Dr. Constantin Hering, (1800-1880) ein deutscher Arzt und Homöopath entdeckte, dass sich gewisse Heilungsverläufe bei gut laufenden chronischen Fällen wiederholen. Daraus entwickelte er drei Heilungsregeln. Wer diese Regel befolgt, ist bis heute in der Lage chronische Fälle zu heilen. Die erste Hering'sche Heilungsregel ist als die Wichtigste zu bezeichnen und lautet:

  • VON INNEN NACH AUSSEN, das heisst, Heilung sollte sich vom Zentrum zur Peripherie ausbreiten, also, von innen nach aussen. Mentale und emotionale Beschwerden wie Verstimmungen im Gemütsbereich, werden zuerst geheilt, vor Linderung der körperlichen Symptome. Zuerst sollte sich der Patient psychisch besser fühlen, dann werden die lebenswichtigen Organe (Herz, Lungen, Nieren usw.) und zuletzt die übrigen Körperteile (Gelenke, Haut usw.) geheilt. Leidet ein Patient unter mehreren Beschwerden, werden diese ebenfalls durch dieses Prinzip geheilt. So wird z.B. Asthma vor einer Hautkrankheit (z.B. Neurodermitis) verschwinden, d.h. geheilt werden.

 

  • Die zweite Heilungsregel lautet: VON OBEN NACH UNTEN. So werden z.B. bei Schmerzen an mehreren Gelenken zuerst der Nacken und die Schulter besser, danach Hüften, Knie und zuletzt die Füsse. Somit ist es positiv zu werten, wenn nach homöopathischer Behandlung beispielsweise Armschmerzen in Richtung Finger wandern.

 

  • Die letze Regel lautet: BESCHWERDEN VERSCHWINDEN IN UMGEKEHRTER REIHENFOLGE, das heisst, wenn Sie seit 20 Jahren unter Heuschnupfen leiden und seit 10 Jahren Schlafbeschwerden haben und neu seit zwei Monaten unzufrieden sind, so verbessert sich zuerst ihre Laune, dann der Schlaf und zuletzt der Heuschnupfen. Sprich: Symptome, die zuletzt aufgetreten sind, verschwinden als Erste.